Strom sparen in der Kueche: Geräte, Gewohnheiten und Solar

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Die Kueche ist einer der energieintensivsten Raeume im Haushalt. Kuehlschrank, Gefriertruhe, Geschirrspueler, Backofen und diverse Kleingeraete verbrauchen zusammen rund 25-35% des gesamten Haushaltsstroms. In einem durchschnittlichen Schweizer Vier-Personen-Haushalt entspricht das einem jaehrlichen Stromverbrauch von 1200 bis 1800 kWh allein für die Kueche, was Kosten von CHF 320 bis CHF 490 verursacht. Mit den richtigen Geräten, cleveren Gewohnheiten und der Unterstuetzung durch Solarenergie laesst sich dieser Verbrauch um 40-60% senken.

Der groesste Stromfresser: Kuehlen und Gefrieren

Kuehlschrank und Gefriertruhe laufen 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr und sind damit die Dauerlaeufer unter den Kuechengeraeten. Ein alter Kuehlschrank der Effizienzklasse D oder schlechter verbraucht 300-500 kWh pro Jahr, ein modernes A-Klasse-Geraet dagegen nur 80-130 kWh. Der Austausch eines 15 Jahre alten Kuehlschranks gegen ein effizientes Neugeraet kann also jaehrlich 200-370 kWh und damit CHF 55-100 einsparen. Bei der Gefriertruhe ist das Sparpotenzial noch grösser, da aeltere Modelle besonders verschwenderisch sind.

Auch ohne Neuanschaffung koennen Sie den Verbrauch Ihrer Kuehlgeraete optimieren. Stellen Sie die Temperatur auf 7 Grad im Kuehlschrank und minus 18 Grad im Gefrierfach ein. Jedes Grad kaelter erhoet den Verbrauch um 5-6%. Oeffnen Sie die Tuer moeglichst kurz und selten, und stellen Sie niemals warme Speisen direkt in den Kuehlschrank. Der Standort ist ebenfalls wichtig: Platzieren Sie das Geraet nicht neben dem Herd oder der Heizung und sorgen Sie für ausreichend Luftzirkulation an der Rueckseite. Tauen Sie die Gefriertruhe regelmässig ab, denn eine Eisschicht von nur 5 Millimetern erhoet den Verbrauch um bis zu 30%.

Kochen und Backen: Effizienz am Herd

Der Herd ist zwar kein Dauerlaeufer, verbraucht aber waehrend des Betriebs erhebliche Mengen Strom. Ein Induktionsherd ist dabei deutlich effizienter als ein Glaskeramik- oder gar Gusseisenherd. Induktion übertraegt rund 85% der eingesetzten Energie direkt an den Topf, waehrend Glaskeramik nur etwa 55% erreicht. Der Umstieg auf Induktion spart bei regelmässigem Kochen jaehrlich 100-200 kWh. Zudem erwaermt Induktion deutlich schneller, was Zeit und Energie spart.

Unabhaengig vom Herdtyp gibt es zahlreiche Spartipps beim Kochen. Verwenden Sie immer einen Deckel auf dem Topf, denn Kochen ohne Deckel verbraucht dreimal so viel Energie. Waehlen Sie die passende Plattenegrösse: Ein kleiner Topf auf einer grossen Platte verschwendet bis zu 30% der Energie. Nutzen Sie die Restwzaerme, indem Sie den Herd fruehzeitig abschalten. Verwenden Sie einen Schnellkochtopf für Gerichte mit langer Garzeit, denn er spart bis zu 50% Energie und 70% Zeit. Zum Wasserkochen nutzen Sie den Wasserkocher statt den Herd, da er deutlich effizienter ist.

Backofen clever nutzen

Der Backofen ist ein besonders energiehungriges Geraet, das pro Backvorgang 1-2 kWh verbraucht. Verzichten Sie auf das Vorheizen, wenn es das Rezept erlaubt, und nutzen Sie Umluft statt Ober-/Unterhitze, da Umluft bei 20 Grad niedrigerer Temperatur dasselbe Ergebnis liefert. Oeffnen Sie die Backofentuer waehrend des Backens moeglichst nicht, da jedes Oeffnen bis zu 20% der gespeicherten Waerme entweichen laesst. Schalten Sie den Ofen 5-10 Minuten vor Ende der Backzeit ab und nutzen Sie die Restwaerme. Für kleine Mengen ist ein Minibackofen oder ein Dampfgarer oft energieeffizienter als der grosse Backofen.

Der Geschirrspueler: Effizienter als Handwaesche

Entgegen der verbreiteten Meinung ist ein moderner Geschirrspueler fast immer effizienter als das Spuelen von Hand. Ein aktuelles Modell der Energieklasse A verbraucht pro Spuelgang nur 0.7-0.9 kWh Strom und 7-10 Liter Wasser. Beim Handspuelen verbraucht man typischerweise 40-60 Liter Warmwasser für die gleiche Geschirrmenge, was deutlich mehr Energie erfordert.

Nutzen Sie den Geschirrspueler immer voll beladen und im Eco-Programm. Das Eco-Programm dauert zwar laenger, verbraucht aber 20-30% weniger Energie und Wasser als das Normalprogramm, da es mit niedrigeren Temperaturen arbeitet. Verzichten Sie auf die Vorspuelfunktion und das separate Trockenprogramm. Wenn Sie das Geschirr grob abkratzen statt vorzuspuelen, sparen Sie zusaetzlich Wasser und Energie. Reinigen Sie regelmässig den Filter und die Duesen, um die optimale Effizienz zu erhalten.

Kleingeraete: Die unterschaetzten Verbraucher

Zahlreiche Kleingeraete in der Kueche verbrauchen einzeln wenig Strom, summieren sich aber zu einem erheblichen Gesamtverbrauch. Kaffeemaschinen, insbesondere Vollautomaten, verbrauchen 100-200 kWh pro Jahr, vor allem wenn sie den ganzen Tag auf Standby laufen. Schalten Sie die Kaffeemaschine nach dem letzten Kaffee komplett aus oder verwenden Sie eine Zeitschaltuhr. Mikrowellen sind für das Erwaermen kleiner Portionen wesentlich effizienter als der Herd oder Backofen und sollten bevorzugt dafür genutzt werden.

Wasserkocher verbrauchen zwar pro Nutzung wenig Strom, werden aber oft überfuellt. Erwaermen Sie immer nur die tatsaechlich benoetigte Menge Wasser, da jeder zusaetzlich erwaermte Liter unnoetig Energie verbraucht. Alte Toaster, Mixer und andere Kleingeraete durch effizientere Modelle zu ersetzen, bringt dagegen nur marginale Einsparungen. Hier lohnt sich der Austausch erst, wenn das alte Geraet ohnehin defekt ist.

Solar und Kueche: Die perfekte Kombination

Die Kueche ist der ideale Ort, um Solarstrom sinnvoll einzusetzen. Viele Kuechenaktivitaeten finden natuerlich mittags oder am Nachmittag statt, genau dann, wenn Ihre Solaranlage am meisten produziert. Kochen Sie das Mittagessen mit Solarstrom, lassen Sie den Geschirrspueler am frueher Nachmittag laufen und bereiten Sie Warmwasser mit dem Solarstrom-Überschuss vor.

Ein Energiemanagementsystem kann den Geschirrspueler automatisch starten, wenn genuegend Solarstrom verfuegbar ist. Moderne Geräte mit Smart-Home-Anbindung lassen sich so programmieren, dass sie den Sonnenstrom optimal nutzen. Der Kuehlschrank kann tagsueaber etwas kaelter gekuehlt werden (Energievorrat), um am Abend weniger Netzstrom zu benoetigen. Diese intelligente Nutzung des Solarstroms in der Kueche kann den Eigenverbrauchsanteil Ihrer Anlage um 5-10% steigern.

Beim Kauf neuer Geräte richtig waehlen

Wenn Sie Kuechengeraete ersetzen muessen, achten Sie auf die Energieeffizienzklasse. Seit 2021 gilt das neue EU-Energielabel, das auch in der Schweiz angewendet wird. Die Klassen reichen von A (sehr effizient) bis G (ineffizient). Der Preisunterschied zwischen einem A- und einem C-Geraet betraegt oft nur 10-20%, die Stromkosteneinsparung über die typische Lebensdauer von 10-15 Jahren kann aber CHF 300-800 betragen. Achten Sie neben der Energieklasse auch auf den tatsaechlichen Jahresverbrauch in kWh, der auf dem Label angegeben ist, denn dieser variiert auch innerhalb derselben Klasse.

Kuehlschrank und Gefriertruhe: Die Dauerlaeufer optimieren

Da Kuehlgeraete rund um die Uhr laufen, hat jede Optimierung einen grossen Effekt auf den Jahresverbrauch. Neben der richtigen Temperatureinstellung und dem Standort gibt es weitere wichtige Massnahmen. Organisieren Sie den Inhalt so, dass haeufig benoetigte Lebensmittel leicht zugaenglich sind und die Tuer moeglichst kurz geoeffnet werden muss. Jedes Oeffnen laesst kalte Luft entweichen und warme Luft eintreten, was der Kompressor ausgleichen muss. Lagern Sie keine heissen Speisen im Kuehlschrank, da diese die Innentemperatur erhoehen und den Kompressor zu Überstunden zwingen.

Die Eisbildung im Gefrierfach ist ein haeufig übersehener Energiefresser. Bereits eine Eisschicht von 5 Millimetern erhoeht den Stromverbrauch um bis zu 30%, da das Eis als Isolator wirkt und die Waermeabfuhr behindert. Tauen Sie Ihr Gefrierfach oder Ihre Gefriertruhe mindestens einmal pro Jahr ab, idealerweise an einem kalten Wintertag, wenn die gefrorenen Lebensmittel draussen zwischengelagert werden koennen. Moderne No-Frost-Geräte verhindern die Eisbildung automatisch, verbrauchen aber etwas mehr Strom als vergleichbare Geräte ohne diese Funktion.

Die energieeffiziente Kueche planen

Wenn Sie eine neue Kueche planen oder die bestehende renovieren, koennen Sie die Energieeffizienz von Anfang an optimieren. Platzieren Sie den Kuehlschrank nicht neben dem Backofen oder der Heizung, sondern moeglichst an einer kuehlen Wand. Waehlen Sie einen Induktionsherd statt eines Glaskeramikherds, da Induktion 30% weniger Energie verbraucht und schneller aufheizt. Installieren Sie den Geschirrspueler in der Naehe des Warmwasseranschlusses, und erwaegen Sie einen Anschluss an die Warmwasserleitung, wenn Ihr Warmwasser solar erzeugt wird, da der Geschirrspueler dann das Wasser nicht selbst aufheizen muss.

Die LED-Beleuchtung in der Kueche verdient besondere Aufmerksamkeit, da die Kueche oft intensiv und lange beleuchtet wird. Unterbauleuchten unter den Oberschraenken beleuchten die Arbeitsflaecche gezielt und energieeffizient, waehrend eine zentrale Deckenleuchte den gesamten Raum erhellt. Trennen Sie diese Lichtquellen auf separate Schalter, damit Sie bei Arbeiten an der Arbeitsflaeche nicht den gesamten Raum beleuchten muessen. Ein Bewegungsmelder in der Vorratskammer oder im Vorratsschrank stellt sicher, dass dort nie unnoetig Licht brennt.

Sparpotenzial in der Kueche

CHF 150 - 350 pro Jahr

Durch effiziente Geräte, clevere Gewohnheiten und Solarstrom-Nutzung

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